Zwei
angehende Mechatroniker der Firma Bosch aus
Feuerbach überzeugten die Juroren von
"Jugend forscht" mit einem Gerät, das
Schraubentypen erkennen kann. Beim
Bundesentscheid in Essen wurden sie
jetzt in einer der acht Kategorien zu
Siegern gekürt.
VON STEFFI KIRSCHTHALER
STUTTGART. Der Hobbyschrauber kennt
das Problem: Wer für sein
Billy-Regal eine zusätzliche
Schraube braucht, steht mit dem
Exemplar ohne Typnummer im Baumarkt
verloren vor der riesigen Auswahl.
Genau dafür haben der 18-jährige
Christopher Dörrer und der ein Jahr
ältere Tobias Kühfuß eine Lösung.
Sie haben ein Gerät entwickelt, das
sekundenschnell erkennt, um welche
Schraube es sich handelt. „Weltweit
gibt es unzählige verschiedene
Schraubenarten, selbst der Fachmann
braucht einige Minuten, um die
richtigen Bestelldaten
herauszufinden“, sagt Christopher
Dörrer. Die Alubox der
„Jugend-forscht“-Sieger macht mit
einer eingebauten Kamera ein Bild
von der noch vorhandenen Schraube
und überträgt es auf den Computer.
Dort kann dann das Gewinde vermessen
werden – und die Typnummer steht
fest. So weiß der Kunde, welche
Schraube er kaufen muss.
Der
Bundeswettbewerb „Jugend forscht“
wurde in diesem Jahr zum 45. Mal
organisiert. Eine Jury, die sich aus
Lehrern, Ausbildern und
Wirtschaftvertretern zusammensetzt,
bewertet die Arbeit der Jugendlichen
in einem viertägigen Wettbewerb. „Es
war wie auf einer Messe, jeder hatte
einen eigenen Stand und musste seine
Arbeit präsentieren“, sagt Tobias
Kühfuß. Insgesamt gibt es acht
verschiedene Fachkategorien wie
beispielsweise Arbeitswelt, Physik,
Chemie, Technik oder Biologie.
Zusätzlich werden Sonderpreise vom
Bundespräsidenten oder der
Bundeskanzlerin vergeben.
Als die Preisverleihung in Essen
begann, glaubte Tobias Kühfuß
schon fest an den Sieg in ihrer
Kategorie Arbeitswelt. „Als am
Schluss aber nur noch wir und
ein anderes gutes Team aus
Baden-Württemberg übrig blieben,
war ich verunsichert. “Die
Gewinner Tobias Kühfuß aus
Bietigheim-Bissingen und
Christopher Dörer aus
Filderstadt sind im zweiten
Ausbildungsjahr zum Mechatroniker bei Bosch in
Feuerbach und besuchen das Berufskolleg. Nach
ihrer Fachhochschulreife wollen sie studieren.